Zeitbilder der Jahrhundertwende / Thomas Wall, Edouard Oganessian

Mit diesem Konzert erleben wir Musik von Zeitgenossen des späten Bruckner bzw. Musik der Bruckner-Nachfolge an der Schwelle zum 20. Jahrhundert. Max Regers zweite Cellosonate entsteht 1899 in seiner Heimat in Weiden/Oberpfalz, wohin Reger nach einem schweren seelischen Zusammenbruch zurückkehrte. Regers Musik ist hier geprägt von einem sehr stürmischen und teilweise auch verzweifelten Duktus, aber auch von seltsam-schön anmutender Melodik.

Im Jahr 1881, dem Jahr, in dem Bruckner seine VI. Sinfonie vollendete, versucht sich ein siebzehnjähriger Maturant in München erstmals an einer großen Form: Richard Strauss, damals Schüler des Münchner Kapellmeisters Friedrich Wilhelm Meyer, schreibt seine F-Dur-Cellosonate. Das wunderbare Werk ist noch sehr im Brahmsischen Stil komponiert, lässt aber schon vieles des späteren Opernkomponisten erahnen und stellt somit das großartige künstlerische Potential des jugendlichen Komponisten vor.

Die zweite Hälfte des Konzertes hat Rachmaninovs elegische Cellosonate aus dem Sommer 1901 auf dem Programm. Nur zwei Jahre nach Regers Cellosonate entsteht diese großartige Sonate, die Musik wechselt zwischen großer Virtuosität und dem typisch russischen schwelgerischen Grundton, ein Meisterwerk der Kammermusikliteratur.

Datum: Montag, 14. August 2017
Uhrzeit: 20.00 Uhr
Ort: Augustiner Chorherrenstift
St. Florian, Sala Terrena

Interpreten

Thomas Wall

Cello

Edouard Oganessian

Klavier

Programm

Richard Strauss

Sonate für Cello und Klavier

Max Reger

Sonate für Cello und Klavier Nr. 2 g-Moll op. 28

Sergej Rachmaninov

Sonate für Cello und Klavier g-Moll op. 19